Die Bauwirtschaft erfreut sich in den
vergangenen Monaten einer ausgesprochen
guten Nachfrage. Das gilt insbesondere
für den zuletzt etwas schwächelinden
Einfamilienhausbau, bei dem
sich die Verkaufsumsätze nahezu verdoppelt
haben.
Neubauten und Erweiterungsinvestitionen
bei Industrie und Gewerbe sind
eher unterrepräsentiert. Dominierend
ist zurzeit das verstärkte Investment von
Kapitalanlegern in Immobilien, besonders
in Handels- und Büroflächen sowie
im Bereich der Altenpflege. Aber auch
viele der sogenannten "Häuslebauer"
ziehen ihre Bauabsichten vor anstatt
weiterhin zu sparen. Die eigenen vier
Wände sind auf jeden Fall ein gutes
Investment.
Für den in größeren Dimensionen operierenden
Anleger sowie für Pensionsfonds
und Versicherungsgesellschaften stellt sich natürlich die Frage, welche Form der Immobilie es sein soll. Das wiederum hängt davon ab, wie sich das zentrale Problem unserer Gesellschaft, nämlich die Schuldenproblematik, lösen wird. Ob es über eine Reform gelingt?
Werden die verfassungsrechtlich zunehmend verankerten Schuldenbremsen besser greifen als beispielsweise die Stabilitätskriterien in den Maastricht-Verträgen? Oder wird es zu tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen kommen?
Wenn man Letzteres annimmt, und sei es nur um der schlechtest denkbaren Entwicklung vorzubeugen, dann sollte man in Produkte investieren, die den Grundbedürfnissen des Menschen am nächsten stehen - also Essen, Trinken, Dach über dem Kopf. Dazu gehört auch die vermietete Wohnung. Natürlich ist die Rendite einer Mietwohnung nach Steuern gleich Null. Und natürlich bringt das Mietrecht oft nichts
als Ärger.
Trotzdem könnte es sinnvoll sein, zumindest mit einem Teil des Portfolios, den Gedanken des langfristigen Bedarfs und damit des Werterhaltes deutlich höher anzusetzen als Renditeerwartungen.
Warum kaufen Profis langfristig orientierter Anlagefonds die kompletten Mietwohnungsbestände deutscher Großstädte? Wohl kaum, um mit hohen Renditen zu glänzen.
Herzlichst Ihr Achim Hannemann |