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Böpplebau Königswartha
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Mit freundlicher Genehmigung des Verfassers Herr Hannemann Leitartikel aus dem BÖPPLEBAU-BRIEF Nr. 211
 
Nicht nur auf Rendite schielen
 
Die Bauwirtschaft erfreut sich in den vergangenen Monaten einer ausgesprochen guten Nachfrage. Das gilt insbesondere für den zuletzt etwas schwächelinden Einfamilienhausbau, bei dem sich die Verkaufsumsätze nahezu verdoppelt haben.

Neubauten und Erweiterungsinvestitionen bei Industrie und Gewerbe sind eher unterrepräsentiert. Dominierend ist zurzeit das verstärkte Investment von Kapitalanlegern in Immobilien, besonders in Handels- und Büroflächen sowie im Bereich der Altenpflege. Aber auch viele der sogenannten "Häuslebauer" ziehen ihre Bauabsichten vor anstatt weiterhin zu sparen. Die eigenen vier Wände sind auf jeden Fall ein gutes Investment.

Für den in größeren Dimensionen operierenden Anleger sowie für Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften stellt sich natürlich die Frage, welche Form der Immobilie es sein soll. Das wiederum hängt davon ab, wie sich das zentrale Problem unserer Gesellschaft, nämlich die Schuldenproblematik, lösen wird. Ob es über eine Reform gelingt?

Werden die verfassungsrechtlich zunehmend verankerten Schuldenbremsen besser greifen als beispielsweise die Stabilitätskriterien in den Maastricht-Verträgen? Oder wird es zu tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen kommen?

Wenn man Letzteres annimmt, und sei es nur um der schlechtest denkbaren Entwicklung vorzubeugen, dann sollte man in Produkte investieren, die den Grundbedürfnissen des Menschen am nächsten stehen - also Essen, Trinken, Dach über dem Kopf. Dazu gehört auch die vermietete Wohnung. Natürlich ist die Rendite einer Mietwohnung nach Steuern gleich Null. Und natürlich bringt das Mietrecht oft nichts als Ärger.

Trotzdem könnte es sinnvoll sein, zumindest mit einem Teil des Portfolios, den Gedanken des langfristigen Bedarfs und damit des Werterhaltes deutlich höher anzusetzen als Renditeerwartungen.

Warum kaufen Profis langfristig orientierter Anlagefonds die kompletten Mietwohnungsbestände deutscher Großstädte? Wohl kaum, um mit hohen Renditen zu glänzen.

Herzlichst Ihr
Achim Hannemann
 
 
 
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